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Reisebericht Mexiko
Tagebuch

von Ingrid


 
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Sonntag, 02.09.01

6.00 Uhr Abholung durch Reiner, Fahrt zum Flughafen
7.00 Uhr Treffen mit Simone und Andy am Flughafen in Nürnberg
7.55 Uhr Flug von Nürnberg nach Frankfurt
8.45 Uhr Ankunft in Frankfurt - Imbiss bei Mc Donald
11.20 Uhr Weiterflug von Frankfurt nach Atlanta
15.05 Uhr Ankunft in Atlanta nach 9,20 Std.

Simone und Andy haben uns dann verlassen, sie sind weitergefahren nach Birmingham, zu Andi's Bruder.

17.30 Uhr Weiterflug von Atlanta nach Mexico City. Wir sind mit Mex Air geflogen, das ist eine kleine Maschine, d. h. 3 Reihen auf der einen und 2 Reihen auf der anderen Seite. Als ich die Maschine betrat, habe ich gedacht, ich muss gleich wieder raus. Mich überkam plötzlich ein Gefühl von Panik. Es war schrecklich, ich konnte dann Gott sei Dank meinen Sitzplatz mit einer anderen Frau tauschen, so dass Robert und ich in einer 2er Reihe saßen. Nach 3,15 Std. sind wir dann um 20.30 Uhr gelandet. Wir hatten Glück und sind Mexico zum ersten Mal nachts von der Luft aus begegnet. Nach langen Stunden im Flugzeug tut sich beim Anflug auf die Hauptstadt ein uferloses Meer von Lichtern auf. Wie hingegossen über das Hochtal und die Hänge der angrenzenden Vulkanhügel erstreckt sich die Metropole von Horizont zu Horizont. Und der internationale Flughafen von Mexico City liegt mitten darin.

Jutta hatten wir gesagt, dass wir um 19.45 Uhr ankommen. Von daher war sie bereits um 18.00 Uhr am Flughafen. Als wir den Zoll passiert hatten, haben wir sie nicht gesehen. Wir dachten, sie ist bestimmt schon weg, aber sie hat 4 Std. auf uns gewartet. Das war wirklich so lieb von ihr. Wir fühlten uns nämlich schon ein wenig verloren, denn es ist extrem schwierig, sich zu verständigen, wenn die Menschen nur spanisch sprechen.

Wir sind dann zum Parkhaus gegangen und haben unser Gepäck bei Jutta ins Auto geladen. Als wir wegfahren wollten, ging plötzlich die Alarmanlage ihres Autos los. Nach gutem Zureden und Betätigen verschiedener Knöpfe hat sie sich wieder ausschalten lassen und sie konnte den Wagen starten. Jutta blieb die Ruhe selbst, obwohl hinter ihr bereits ein anderer ungeduldiger Autofahrer wartete. Im Hotel Fontan angekommen, haben wir unsere Koffer ausgeladen und Jutta hat ihr Auto geparkt. Sie hatte noch eine Überraschung für uns parat. Ganz leckeres, frisches Obst (Bananen, Melone, Wassermelone und Kakteenfrucht) hatte sie für uns mitgebracht. Nach dem langen Flug und dem grässlichen Flugzeugessen war das ein Genuss. Aber das tollste sind die Eintrittskarten für das Folklore-Ballett im Balais de las Bellas Artes, die sie uns geschenkt hat. Ich freue mich schon sehr darauf.

Jutta hat uns dann noch ein paar Tipps gegeben für unseren Aufenthalt in Mexico City. Sie hatte alles so toll vorbereitet!!!

Danach sind wir dann todmüde ins Bett gefallen. Jeder in seines, denn wir hatten zwei große Betten im Zimmer stehen. Vielleicht hätten wir noch ein Pärchen einquartieren sollen, dann wäre es etwas günstiger gekommen. Die Übernachtung mit Frühstücksbuffett kostete 180,00 DM.
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Montag, 03.09.01

Nach dem Frühstück haben wir uns auf den Weg in die Stadt gemacht, um die ersten Sehenswürdigkeiten zu bestaunen.

Unser zweiter Eindruck von Mexico City war etwas gemischt. Uns hat das, was wir bei Tageslicht sahen, sehr an Kairo erinnert, d. h. viele baufällige Häuser, schlechte Straßen, überall Baustellen, viel Verkehr und Gehube.

Unsere erste Station war die Tourist Info, dort haben wir uns noch ein wenig Infomaterial mitgenommen. Danach haben wir Geld getauscht und dann ging es ins Zentrum. Am Zocalo (Hauptplatz), den wir gut zu Fuß erreichen konnten, stehen die Sehenswürdigkeiten dicht beieinander.

Palacio de las Bellas Artes
Den schönen Künsten wollte Mexikos Diktator Porfirio Díaz um die Jahrhundertwende eine Heimstatt geben. Das Ergebnis ist ein gewaltiger Marmorbau, der dennoch sehr anmutig wirkt. Der italienische Architekt Adamo Boari war ein Meister seines Fachs. Von außen blendet weißer, matter Marmor, innen glänzt er in rot, weiß und schwarz. Der weiche Untergrund gab bereits während der Bauarbeiten so sehr nach, dass das Gebäude gute 2 m abgesunken ist. Gedacht ist der Palast für Theater, Konzerte und das Folklore-Ballett, aber auch wenn gerade keine Aufführung stattfindet, ist er der Kunst gewidmet In den oberen Stockwerken sind monumentale Bilder moderner mexikanischer Künstler ausgestellt, u. a. von Rivera, Siqueiros und Orozco. Hier werden die unterschiedlichen Stile der Künstler deutlich: Orozco entwirft in seiner "Katharsis" ein eher düsteres Bild, das Untergangsstimmung vermittelt. Rivera, wie jener ein Anhänger sozialistischer Ideale, glaubt an den "Menschen, der das Universum kontrolliert", wie eine seiner heroischen Malereien heißt.

Torre Latinoamericana
Der höchste Bau in Mexiko-Stadt ist dieses 177 m hohe Hochhaus schon lange nicht mehr. Dennoch lohnt v. a. in den Abendstunden eine Fahrt zur Aussichtsplattform oder ins Panorama-Restaurant. Selbst bei trübem Wetter liegt dem Besucher die Stadt als Lichtermeer zu Füßen. Der Turm ruht auf Fundamenten, die im weichen Untergrund "schwimmen", so gilt er als völlig erdbebensicher. Die massiven Erschütterungen von 1985 hat er jedenfalls unbeschadet überstanden.

Casa de los Azulejos
Unter den meist aus dunklem Vulkangestein gebauten Häusern der Kolonialzeit sticht dieser Bau bunt hervor : Die Fassade des ab 1596 errichteten Gebäudes ist durchgehend mit weiß-blauen Kacheln (Azulejos) bedeckt. Auch das Innere ist auf das Liebevollste ausgestaltet: Malereien aus dem 19. Jh. zieren die Wände, die Decken sind mit Stuckornamenten verschönert, das Treppenhaus hat der bedeutende Muralist Orozco ausgemalt. Die Besichtigung des Hauses ist fast zwangsläufig mit Konsum verbunden: Die Gastronomie- und Warenhausketten Sanborn's haben mehrere Restaurants und Bars in die verschiedenen Stockwerke eingegliedert. Im Erdgeschoss gibt es Zeitschriften, Schallplatten, Haushaltswaren oder auch feine Ledertaschen.

Palacio Nacional / Zócalo
Als wolle er niemals enden, füllt der Nationapalast eine ganze Längsseite des weiten Zócalo aus. Obwohl das Portal von bewaffneten Militärs bewacht wird, können Touristen den Bau ungehindert besichtigen. Im Treppenhaus und im oberen Stockwerk hat der Maler Diego Rivera großflächige Fresken hinterlassen. Diese "Murales", die ab 1929 entstanden, zeigen in einer riesigen Allegorie die Geschichte Mexikos von der Eroberung (Konquista) bis zur Moderne. In anderen Bildern beschwört Rivera die Größe der indianischen Vergangenheit des Landes. Neben einem Bild vom Leben und Handel im alten Tenochtitlán werden der Maisanbau oder die Papierherstellung gezeigt (auch Mo geöffnet).

Kathedrale
Sie ist die größte Kirche im Land, aber neben dem größten Regierungspalast und am größten Platz sieht man ihr es nicht so recht an. Der Bau dauerte vom Ende des 16. Jh. bis zum Anfang des 19. Jh. - verschiedenste Baustile mischen sich. So wuchtig die Kathedrale ist, so instabil ist sie auch. Ihr Gewicht hat sie in den feuchten, unbeständigen Boden einsinken lassen und ihre Mauern mit Rissen durchsetzt. Die immer wiederkehrenden Erdbeben taten ein übriges. Innen ist der Sitz des Bischofs von Mexiko-Stadt deshalb fast vollständig mit Stahlrohren ausgefüllt, die das Gebäude stützen. Ob sie jemals wieder entfernt werden, ist nicht abzusehen. Auch Brände haben dem Gebäude geschadet. Wo früher Gold am Hauptaltar nur so blinkte, sind die Schnitzereien heute dunkel-matt. Direkt neben der Kathedrale schließt eine weitere Kirche die Längsseite des Hauptplatzes ab. El Sagrario ist zwar niedriger, aber ihr Portal wie auch ihr Innenraum sind noch üppiger verziert als die der Kathedrale.

Templo Mayor
Zwei Gottheiten verehrten die Azteken mit ihrem größten und wichtigsten Tempel: Huitzilopochtli, den Kriegsgott, der sie auf ihrer Wanderschaft hierher geleitet hatte und Tláloc, den Gott des lebenspendenden Wassers. Rund 45 m ragte der Tempel in die Höhe, als die Spanier nach Tenochtitlán kamen. Nach ihrem Sieg schleiften sie das Heiligtum. Erst in den letzten Jahrzehnten sind die Ruinen wieder freigelegt worden. Gut sichtbar ist heute, wie die Azteken den Tempel immer wieder überbauten, um ihre erweiterte Macht zu zeigen und um ihren Göttern noch intensiver zu huldigen. Auch andere kleinere Heiligtümer des Tempelbezirks sind inzwischen wieder ans Tageslicht gekommen. Auf dem Tzompantli wurden die Schädel von geopferten Menschen aufgespießt - auch als Zeichen des Machtanspruches der Azteken. Im Bereich der Adler-Krieger sind hervorragend erhaltene Reliefs zu sehen, z. T. noch bunt bemalt. An den Tempelbezirk ist ein Museum angeschlossen. Wer die Erläuterungen besser verstehen möchte, sollte eines der englischen Faltblätter am Eingang kaufen. Das beeindruckendste Ausstellungsstück ist der riesige runde Stein mit dem Bild der Mondgöttin Coyolxauhqui. Sie wurde der Legende nach von ihrem Bruder Huitzilopochtli in Stücke geschlagen, weil sie ihrerseits der gemeinsamen Mutter nach dem Leben trachtet.

Im Restaurant "Las Palmas" haben wir gegen 15.00 Uhr Mittagsrast gemacht. Wir hatten ein Menue für 25 Mex Pesos (= 9,00 DM) pro Person. Was wir bestellten wussten wir nicht so genau. Zuerst gab es Nudelsuppe mit Weißbrot, dann blanken Reis und danach Hühnchen mit Bohnen ohne Beilagen. Das letztere haben wir nicht gegessen. Ich fand, es roch komisch, ich habe es einfach nicht runter bekommen.

Wir haben uns auch ein anderes Hotel angesehen "Hostel Catedral". Hier hätte das Doppelzimmer 220,00 Pesos (= 55,00 DM) gekostet, aber leider waren keine Zimmer mehr frei. In dem "Hotel" steigen viele junge Leute und Rucksacktouristen ab. Bei uns wohnen reiche Mexikaner, Geschäftsleute und Japaner, andere können sich das anscheinend nicht leisten J

Danach haben wir ein wenig eingekauft, Tequila, Chips und Wasser, der Rucksack war sauschwer. Auf dem Rückweg sind wir noch mal zur Touristinfo und haben gefragt, ob sie günstigere Hotels anbieten können, aber sie erzählten und das, was wir schon wussten.

Im Hotelzimmer angekommen, klingelte das Telefon, H. Frähsdorf / Med Leiter Mexiko rief an. Wir vereinbarten, dass wir am nächsten Tag einen Besuch bei Siemens Mexiko machen würden. Er würde uns abholen lassen, bzw. selbst abholen, damit wir nicht verloren gehen. Bin schon sehr neugierig auf Fr. Bohmans, Juttas Arbeitsplatz und wie es dort aussieht.
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Dienstag, 04.09.01

H. Frähsdorf hat uns heute morgen um 10.00 Uhr abgeholt und mit zu Siemens genommen. Dort habe ich Grete Bohmans kennengelernt, sie ist eine ganz liebe Frau. Jutta hat mit uns einen Rundgang gemacht und auch ihr Büro gezeigt, mir hat es gut gefallen. Gegen 12.00 Uhr hat uns Fr. Bohmans ein Taxi bestellt und wir sind in die Stadt gefahren. Für diese Fahrt haben wir ca. 21,00 DM gezahlt. Das Taxometer läuft auch noch weiter, wenn man im Stau steht.


In der Stadt angekommen haben wir uns gedacht, jetzt gehen wir zum Mittagessen. Zuerst wollten wir zu Mc Donald (das Bic Mac Menue kostete 11,00 DM), haben es uns aber dann doch anders überlegt und sind in eine Pizzeria gegangen. Das war die schlechteste und teuerste Pizza, die wir je gegessen haben. Eine normale Pizza und zwei Wasser haben zusammen 40,00 DM gekostet. Außerdem kam dann noch ein Laster, der sich vor uns aufgebaut hat, um die Girlanden für den Unabhängigkeitstag aufzuhängen. Wir haben die ganzen Abgase abbekommen, dann hat es uns gereicht, wir haben gezahlt und sind gegangen.

Auf dem Rückweg zum Hotel, sind wir bei einer Aufführung von Mexikanerinnen und Mexikanern hängengeblieben. Sie haben zu einheimischer Musik getanzt und gesteppt, das war schön anzusehen.

Uns ist dann ein schönes, sandsteinfarbenes Gebäude aufgefallen. Als wir reingingen haben wir gesehen, dass darin die Hauptpost Correro Central untergebracht ist. Sie liegt an der Straße Lázaro Cárdenas, nahe dem Palacio de las Bellas Artes. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, schon wegen ihrer Architektur (venezianischer Stil, schmiedeeiserne Geländer, alles in Gold und sandfarben, prächtiger Treppenaufgang - einfach sehr schön). Es darf leider nicht fotografiert werden.

Dann stand der Besuch im Franz Mayer Museum auf dem Programm. Der Sammelleidenschaft dieses deutschen Emigranten ist es zu verdanken, dass nahe des Alameda-Portes eines der schönsten Museen der Stadt zu besichtigen ist. Der an der Börse reich gewordene Franz Mayer trug eine Fülle von Statuen, Bildern, Geschirr, Teppichen und anderem zusammen. Die in einem alten Herrschaftsgebäude untergebrachten Werke geben einen hervorragenden Einblick in Kunst und Leben der Kolonialzeit. Der mit mächtigen Bäumen bestandene jahrhundertealte Patio lockt zudem zur Kaffeepause.

Unser Weg führte uns dann zum Hotel Barmer, dort haben wir die Tour zu den "3 Kulturen, Basilika von Guadelupe und Teotihuacán" für Donnerstag, 06.09. gebucht. Außerdem haben wir uns dort erkundigt, was ein Doppelzimmer kostet. Es gibt unterschiedliche Preiskategorien und da wir die Tour bei ihnen gebucht haben, haben wir das Zimmer für 330,00 Pesos (ca. 85,00 DM) bekommen, leider ohne Frühstück. Wir haben uns entschlossen, das Zimmer zu nehmen, d. h. wir ziehen am Mittwoch um.

Jutta hat uns abends abgeholt und wir sind in einen anderen Stadtbezirk gefahren, um uns Silberschmuck anzusehen. Wir waren in einem tollen Laden, mir hätten auch ein paar Ohrringe gefallen, aber leider bekam ich sie nicht durch meine Ohrlöcher. Anschließend haben wir uns mit Monika und Armando (Tochter und Schwiegersohn von Jutta) getroffen, die beiden sind total nett. Monika spricht deutsch, Armando nur spanisch. Es war wirklich amüsant, sich zu unterhalten. Nach einer Weile haben wir sogar einiges verstanden, wenn Armando etwas erzählte, auch wenn wir fast kein spanisch sprechen. Zuerst haben wir etwas getrunken, dann hat uns Armando Mexiko bei Nacht gezeigt. Wir sind in den teuersten, neuesten und modernsten Bezirk gefahren, und zwar Santa Fe. Also wir möchten dort nicht wohnen, ein Hochhaus neben dem anderen und die Mieten kann fast niemand bezahlen. Jetzt hätte ich es fast vergessen, vorher haben wir noch einen kurzen Stopp bei einem tollen Lokal gemacht. Hier speißt bzw. feiert die Creme de la Creme. Ein ganz nobler Schuppen, aber zu teuer! Eigentlich wollten wir noch etwas essen gehen, aber mir ging es nicht besonders gut und Armando hat uns dann bei unserem Hotel abgesetzt (hier ein Bild von uns allen). Todmüde sind wir ins Bett gefallen.
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Mittwoch, 05.09.01

Nach dem Frühstück sind wir im Barmer Hotel eingecheckt und haben uns ein Taxi (70 Pesos = 18,00 DM) bestellt, das uns zum Anthropoligischen Nationalmuseum gebracht hat. Ein Taxi vom Hotel aus bestellt ist immer teurer - Touristenaufschlag!!!

Beim Museum angekommen haben wir uns unsere Tickets gekauft und Robert hat sich einen elektronischen Audio Guide gemietet, das stellte sich aber als Reinfall heraus. Es lohnt sich nicht! Das Museo Nacional de Antropologià allein ist ein Grund, die Hauptstadt zu besuchen. Es liefert einen umfassenden Einblick in Kultur, Kunst und Gesellschaft der Völker, die vor der Ankunft der Spanier in Mexiko lebten. Nach einer Einführung in die Anthropologie und die Vorgeschichte sind acht Säle (zwei waren leider geschlossen, auch der der Mayas) den wichtigsten vorspanischen Kulturen gewidmet. So lässt sich ablesen, wie verschiedene Glaubens- und Kulturelemente von frühen Kulturen wie Teotihuacán weitergegeben wurden, an die Tolteken oder die Azteken; die Unterschiede zwischen den Kulturen des Hochlandes und den südlichen Völkern, wie die Mixteken, Zapateken und Maya werden deutlich. Das obere Stockwerk ist den Trachten, dem Brauchtum und der Lebensweise der Indios von heute gewidmet. Allerdings ohne, dass ihre oft bittere Armut dabei besonders deutlich würde. Englische Erläuterungen sind selten, am besten sich vorher schon einlesen.

Akrobatik für die Sonne
Im Hof spielen mitunter Musiker auf vorspanischen Instrumenten wie Knochenflöten oder Schildkrötenpanzern. Sehr greifbar zeigen die "Voladores" vor dem Museum den Sonnenkult: Vier Männer lassen sich von einer hohen Stange an Seilen herab, während ein Fünfter mit Trommel und Flöte dazu musiziert. Die Seile, die die "Flieger" halten, sind so gewickelt, dass sie im Kreis schwebend langsam zu Boden sinken. Die Vorführungen finden am Wochenende in dichter Folge statt, wochentags seltener. Am Museumseingang weiß man die aktuellen Uhrzeiten.

Danach sind wir in den größten Park der Stadt, den Bosque de Chapultepec. So riesig die Stadt selbst ist, so weitläufig ist auch ihr wichtigster Park. Die Azteken nannten die Gegend "Hügel der Grillen" und nutzten sie, um ihre Hauptstadt mit Frischwasser zu versorgen. Vor allem sonntags verwandeln zigtausende Besucher und unzählige Händler den Park in ein buntes Meer der Erholung und Unterhaltung. Überall preisen Verkäufer Früchte, Getränke oder Spielzeug an. Auf einem See kann man Ruderboote mieten, das Kulturangebot reicht von Freilichttheater bis zu Malkursen unter freiem Himmel. In den Park sind verschiedene Museen und ein Zoo integriert. Neben den üblichen Giraffen und anderen afrikanischen Tieren bevölkern Wildkatzen und Großvögel die Gehege und Volieren. Besonders stolz ist die Verwaltung auf ihre prächtigen Pandabären.

Im Park befindet sich das Castillo de Chapultepec. Schon dem mexikanischen Vizekönig gefiel die heutige grüne Lunge der Stadt so gut, dass er Ende des 18. Jh. hier ein Schloss errichten ließ. Als dann der Habsburger Maximilian 1864 für drei Jahre als Kaiser ins Land geholt wurde, ließ er das Gebäude nach seinem Geschmack umbauen. Porfirio Díaz, der zwischen 1878 und 1910 die Geschicke des Landes leitete, vollendete das Traumschloss mit fein verzierten Räumen und erlesenen Möbeln. Rund die Hälfte des Schlosses ist noch mit Tapeten und Möbeln dieser Zeit ausgestattet. Die anderen Räume sind einem Querschnitt durch die Geschichte Mexikos gewidmet. Bilder, Uniformen und Schriftstücke des Museumsteils werden von riesigen Wandgemälden der Muralisten ergänzt. Am liebsten wäre ich gleich eingezogen, so toll hat es mir gefallen.

Mit einem grünen Taxi, das wir auf ein Heranwinken ergattert htten, sind wir zurück zum Hotel gefahren (30 Pesos = ca. 7,00 DM). Den Rest des Nachmittages haben wir gemütlich verbracht. Nach dem Essen im Barmer Rest., wir hatten Aztekensuppe und Tacos mit Hühnerfleisch (hat lecker geschmeckt), sind wir ins Ballett Folclore gegangen. Dies sollte man auf jeden Fall nicht versäumen. Es war einmalig schön, die mexikanische Kultur wird auf eindrucksvollste und unterhaltsamste Weise gezeigt.
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Donnerstag, 06.09.01

Im Barmer Rest. haben wir gefrühstückt (Continental and American Breakfast), begeistert waren wir nicht. Es ist halt nicht das gleiche, ob man ein Frühstücksbuffet hat oder nur etwas vorgesetzt bekommt. Mal sehen, wie das im Hotel Riz sein wird, dahin werden wir nämlich am Freitag Morgen ziehen. Im Barmer Hotel sind leider keine Zimmer mehr frei.

Um 9.30 Uhr wurden wir mit einem Kleinbus abgeholt, um die Tour zu machen. Wir waren sechs Personen, ein jüngeres Pärchen aus München, ein älteres Ehepaar aus den Philippinen, der Guide und unser Fahrer.

Die erste Station war Tlatelolco "Platz der Drei Kulturen". Die Plaza liegt ungefähr an der gleichen Stelle wie der Hauptplatz der präkolumbischen Stadt Tlatelolco, Rivalin Tenochtitláns bis zum Jahre 1473. In jenem Jahr wurde die Stadt von den Mexica in Besitz genommen und ihr Herrscher Moquihuix von der Hauptpyramide zu Tode gestürzt. Tlatelolco blieb jedoch die wichtigste Handelsstadt der Region und sein berühmter Markt soll nach Berichten der Konquistadoren täglich von 60.000 Käufern und Verkäufern besucht worden sein. Während der Belagerung Tenochtitláns 1521 durch die Spanier war Tlateloloc Schauplatz des letzten Widerstands der Azteken. Eine Gedenktafel erinnert daran mit den Worten: "Am 13. August 1521 fiel das von Cuauhtémoc heldenhaft verteidigte Tlatelolco in die Hände von Hernán Cortés. Es war weder Triumph noch Niederlage. Es war die schmerzhafte Geburtsstunde des heutigen Mexiko, eines Volkes von Mestizen." 1968 ging die Polizei mit Schusswaffen gegen eine auf dem Platz demonstrierende Menschenmenge vor und tötete dabei nach inoffiziellen Schätzungen 250 Menschen. In den Jahren 1985/86 war die weite Fläche mit Zelten bedeckt, in denen zahlreiche nach dem Erdbeben Obdachlose eine notdürftige Unterkunft fanden. Der Platz wurde von Mario Pani entworfen und 1964 fertiggestellt. Seinen Namen erhielt er wegen des interessanten Nebeneinanders von Bauten aus drei Epochen: aztekische Pyramiden und Tempel, eine spanische Klosterkirche und moderne Hochhäuser.

Danach stand die Basilika von Guadelupe auf dem Programm.
Zehn Jahre nach dem Fall der Aztekenhauptstadt Tenochtitlán berichtete erstmals ein Indio, ihm sei die christliche Gottesmutter erschienen. Die spanisch-katholische Kirche zögerte anfangs, die Erscheinung anzuerkennen. Zumal sie sich ausgerechnet dort ereignet haben sollte, wo die Azteken ihre Göttin Tonantzin verehrten. Auch dauerte es, bis man als Wunder akzeptierte, dass die Jungfrau Maria ihr Bildnis in einem Strahlenkranz auf dem Mantel des Indios Juan Diego hinterließ. Doch dann wurde der Erscheinugnsort der Jungfrau von Guadelupe zum wichtigsten Wallfahrtsziel für die Mexikaner und ganz Lateinamerika. Rund um den Hügel der Erscheinung stehen etliche Kirchen. Die alte Basilika, in der das Tuch mit dem heiligen Bild früher ausgestellt wurde, ist zwar noch zugänglich, aber sie versinkt langsam im Untergrund und droht einzustürzen. Der Mantel ist jetzt in einem gigantischen modernen Bau untergebracht. Viele Gläubige rutschen auf Knien dorthin. Laufbänder verhindern, dass die Pilger zu lange unter dem heiligen Stoff verweilen. Schließlich soll jder einmal dem Mantel nahe sein dürfen. Der Hügel, wo Juan Diego nach der Überlieferung Maria sah, ist sehr liebevoll mit Pflanzen und Wasserfällen ausgestattet. Hunderte von Andenkenverkäufern schmälern allerdings die besinnliche Atmosphäre etwas. Hier die Geschichte zu Guadelupe

Bevor wir zum Highlight an diesem Tag kamen, hat uns unser Guide noch in ein Andenkengeschäft geschleppt, wo alles viel günstiger und qualitativ sehr hochwertig sein soll. Wir haben nichts gekauft, aber die drei verschiedenen Tequila-Sorten haben wir schon ausprobiert und sind dann schwankend aus dem Laden gekommen J

Teotihuacán
Ihr Ebenmaß und die schiere Größe geben dieser altamerikanischen Stadt eine besonders mystische Ausstrahlung. Von 100 v. Chr. bis 900 n. Chr. entwickelte sich hier eine Kultur, die einen starken Einfluß auf andere Völker Mittelamerikas ausübte. Am "Ort", wo die Götter Menschen wurden" das heißt Teotihuacán auf deutsch, ziehen vor allem zwei mächtige Pyramiden den Blick auf sich. Man betritt die Anlage am einen Ende eines fälschlicherweise "Straße der Toten" getauften Weges; am anderen Ende dieser Stecke liegt die Mondpyramide, rechterhand erhebt sich die Sonnenpyramide. Bevor man sich auf den Weg zu ihrer Besteigung macht, führt ein Rundgang aber zum Tempel von Quetzalcóatl, dem Gott der gefiederten Schlange. Drachenartige Köpfe dieser Gottheit ragen aus der gestuften Fassade. An einigen Stellen lassen rote und grüne Farbreste ahnen, wie bunt das Heiligtum damals war. Weitere Reste von Malereien finden sich nahe der Mondpyramide im Palast der Jaguare und im Palast der Quetzal-Schmetterlinge. Sie waren Wohnräume der herrschenden Priester. Am beeindruckendsten ist aber die Besteigung einer oder aller beider Pyramiden. Der Blick von dort oben auf die Anlage, die einstmals 80.000 Menschen bevölkerten und die ungewohnte Nähe zum Himmel sind unvergleichlich.

Bevor wir zurückfuhren hatten wir noch ein Lunch in einem Restaurant, welches der Guide ausgesucht hatte. Man hatte sofort das Gefühl, dass sie nur am Profit interessiert waren - grässlich diese Abzockerei.

Beeindruckt, aber auch etwas müde sind wir zum Hotel zurückgefahren.

Übrigens hatte es heute nicht geregnet. Denn es ist so, dass es jeden Tag gegen 18.00 Uhr einen kurzen Schauer gibt, es kühlt aber nicht ab. Die Temperaturen tagsüber sind um die 25 Grad, optimal um Ausflüge zu machen und sich all die Sehenswürdigkeiten anzusehen.
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Freitag, 07.09.01

Heute morgen sind wir ins Hotel Riz umgezogen. Als wir ankamen gab es für uns keine Reservierung. Nachdem der Empfangschef im Hotel Barmer angerufen hatte, bekamen wir das Doppelzimmer für 345 Pesos (ca. 86,00 DM - ohne Frühstück); zuerst wollte er dafür 558 Pesos. Das Zimmer war soweit o.k., ich empfand es aber als etwas schmuddelig. Von daher fühlte ich mich nicht sonderlich wohl. Nach dem Frühstück (Buffet) im gleichen Hotel (45 Pesos = ca. 11,00 DM) sind wir in die Stadt gegangen. Wir haben vom Palais de Bellas Artes noch Bilder von innen gemacht und sind dann zum Tempel Mayor, um uns das Museum und die Ausgrabungsstätte anzusehen - es war sehr interessant.

Danach sind wir noch durch den Markt geschlendert, dann haben wir beschlossen,unsere Bücher zu holen und uns in den Park zu setzen. Das war schön entspannet. Im Anschluss daran haben wir noch ein paar Einkäufe getätigt und uns an einem Stand drei Taccos gekauft, hat lecker geschmeckt. Als wir wieder im Hotel waren, haben wir gleich einen Tequila getrunken, um evtl. Bakterien abzutöten. Abends hat es geregnet, sogar gehagelt und gewittert.

Jutta hat uns um 20.00 Uhr vom Hotel abgeholt und wir sind dann zu einem typisch mexikanischen Restaurant gefahren. Unterwegs haben wir noch Monika und Armando mitgenommen. Wir haben tolle mexikanische Gerichte gegessen, Margerita und Bier getrunken (hier ein Bild von uns allen).

Anschließend sind wir zurück in die Stadt gefahren, zu einem Platz, auf dem die Mariachis den ganzen Abend, bzw. die ganze Nacht Musik spielen. Es ist schon interessant, wie viele und was für unterschiedliche Menschen dort sind, um sich ein Lied vorspielen zu lassen oder nur um zu lauschen. Armando ist wirklich ein toller Reiseführer, man merkt, dass er mit Mexiko sehr verbunden ist. Auf dem Rückweg zum Hotel durchquerten wir noch die Gribaldi-Straße, in der es exklusive Geschäfte gibt, wie z. B. Armani, Boss, .......
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Samstag, 08.09.01

Um 7.30 Uhr sind wir aufgestanden und haben gefrühstückt. Jutta hat uns um 10.00 Uhr abgeholt und wir sind zum Markt gefahren. Dort gab es eine schöne Bilderausstellung, Silberschmuck, Handarbeiten usw. Nachdem wir durchgeschlendert, gestöbert und etwas gegessen hatten, wollten wir eigentlich nach Xochimilco fahren. Die halbe Strecke hatten wir bereits zurückgelegt, als wir uns entschlossen hatten, wieder zurückzufahren. Der Verkehr war so extrem und wir hätten es in der Zeit, die uns zur Verfügung stand nicht geschafft, da wir noch zu Jutta nach Hause fahren wollten, um uns mit ihrer Familie zu treffen. In der Nähe von Juttas Wohnung haben wir noch etwas Obst und Gebäck gekauft, dann sind wir zu ihr gefahren. Ihre Wohnung ist sehr schön, man kommt sich vor, als wenn man in Deutschland wäre. Nach und nach sind alle eingetrudelt, Monika und Armando mit ihrem Hund Schatzi, Elisabeth, Guillermo und die beiden Kids. Es war ein wunderschöner Nachmittag, wir hatten viel Spaß und gegen 20.00 Uhr haben wir uns dann schweren Herzens von Jutta, Elisabeth und Guillermo verabschiedet. Armando und Monika haben uns zum Hotel zurückgebracht, vorher haben wir noch einen kleinen Stopp in einem mexikanischen Imbiss eingelegt und Taccos mit Schweinefleisch und Mais im Pappbecher gegessen. Nun mussten wir uns auch von den beiden verabschieden und sind ein wenig wehmütig in unser Hotelzimmer gegangen.
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Sonntag, 09.09.01

Ankunft in Cancun um 12.50 Uhr. Als wir auf unser Gepäck warteten, haben wir Simone und Andi bereits erspäht. Die Wiedersehensfreude war riesig groß und es war schön zu hören, dass sie eine schöne Woche in Atlanta bei Andy's Bruder verbracht hatten. Robert und Andy haben den Leihwagen bei Alamo abgeholt und nachdem Simone und Andiy noch Geld getauscht hatten, konnten wir in unseren gemeinsamen Urlaub starten.

Unser Gepäck passte natürlich nicht ganz in den Monza, im Kofferraum war Platz für zwei große Koffer, einen kleinen Trolli und zwei kleine Rucksäcke. Der zweite Trolli durfte zu Simone und Ingrid auf die Rücksitzbank. Robert meisterte die ersten Meter im mexikanischen Verkehr grandios. Unser erstes Ziel Playa del Carmen fanden wir problemlos, d. h. den Weg. Das Ortsschild suchten wir vergeblich, aber zum Glück gibt es hier VW-Händler, die wenigstens den Ort mit angeschrieben hatten. Stufe 2 war angesagt - Hotel finden. Nachdem unser "mexikanischer Freund" Roberto (Robert) zwei Mal gefragt hatte, haben wir das Hotel dann auch gefunden. Erster Eindruck von Ingrid: "Da bleib ich nicht". Zum Glück hat sich ihr Eindruck nicht bestätigt. Die Pension "Posada las Iguanas" ist richtig urig und typisch mexikanisch. Die erste Nacht werden wir zu viert in einem Zimmer verbringen (Vorschlag von Andy) - ohh, mal sehen, wer schnarcht, der muss raus J Nach Bezug unseres Zimmers ging es ab zum Strand (nur ca. 100 m) - weißer Strand, türkisfarbenes Meer, wir sind im Paradies. Langer Spaziergang mit Fußwassertest war angesagt. Robert, Ingrid und Simone testen die stürmischen Fluten - wow, war das stark. In jeder Ritze hing der feine Sand. Andy beobachtete das Spektakel aus sicherer Entfernung und kicherte, wenn Robert Landunter war. Nach dem ausgedehnten Strandspaziergang sind wir zurück ins Hotel zum Duschen. Wir hatten schon alle tierischen Hunger. In Playa del Carmen gibt es ein Touristenviertel und hier kann man alles mögliche essen, ist aber nicht billiger als in unserer Heimat. Wir ließen uns von einem der zahllosen Animateure überreden, das Restaurant auszuprobieren, welches er angepriesen hat. Es hieß, Restaurant mit Blick auf's Meer - ahh, wenn Mann/Frau um die Ecke schauen kann, dann hatte der Mexikaner auf jeden Fall recht. Das Essen war mäßig, da gehen wir nicht mehr hin. Danach haben wir Playa del Carmen noch etwas unsicher gemacht - dann gingen wir ins Bett.
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Montag, 10.09.01

Nach einem Frühstück bei klassischer Musik sind wir nach Tulúm aufgebrochen. Dort angekommen parkten wir das Auto auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz (25 Pesos - muss erst bei der Ausfahrt bezahlt werden). Von dem Besucherzentrum sind es ca. 10 Min. zu Fuß zur Ausgrabungsstätte. Im Besucherzentrum hat man die Möglichkeit Führungen zu buchen und für die 10minütige Strecke mit einer Bummelbahn zu fahren.

Nach dem Marsch zur Ausgrabungsstätte lösten wir das Ticket für die Ruinen von Tulúm.
Andächtig schweift der Blick über die Tempel und Altäre zum türkisfarbenen Meer - kein Zweifel: Tulúm ist die am zauberhaftesten gelegene aller Ruinenanlagen in Yucatán, direkt am Ufer der Karibik. Zwischen den Klippen, auf denen das größte Gebäude thront, die sogenannte Burg (Castillo) und dem kleinen Tempel des Windes strahlt in einer kleinen Bucht weißer Sand. Tulúm ist auch in anderer Hinsicht eine Seltenheit: es ist von einer völlig erhaltenen Stadtmauer umgeben - Zeichen des kriegerischen Klimas, in dem diese späte Maya-Stadt entstand. Und hier finden sich kleine Altäre in Form von Mini-Tempeln, die man in anderen Stätten vergeblich suchen wird. Die hervorragenden Malereien im Templo de las Pinturas sind, um sie zu schützen, nur aus einer gewissen Distanz zu betrachten. Leider war es uns nicht möglich dies zu sehen, da der Zutritt gesperrt war. Es waren auch sehr viele Touristen unterwegs, was nicht so toll war.

Dann ging es zurück nach Playa und nach einer kurzen Siesta gingen wir an den Strand. Abends sind wir zum Essen ins Pensionsangeschlossene Rest. BIPBIP gegangen. Hier stimmt Preis und Qualität.
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Dienstag, 11.09.01

Heute werden wir den Tag in Xcaret verbringen. Dort angekommen, stellten wir fest, dass sehr wenig los ist, das hat uns natürlich gefreut. Als erstes wollten wir den tropischen Garten und die Pilzzucht besichtigen - aber leider geschlossen. Dann haben wir einen Blick auf das Grottenschwimmen geworfen, sind aber zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht rein. Leider deshalb, da am späteren Nachmittag so viel los war. Ein Tipp: Gleich morgens das Grottenschwimmen machen (um 8.30 Uhr öffnet der Park)! Die persönlichen Sachen, wie Geld, Uhren usw. kann man am Museum oder am Strand in Schließfächern deponieren (kostenpflichtig). Die anderen Dinge, wie Klamotten, Handtücher kann man direkt dort deponieren (bei der Schwimmwestenausgabe).

Bevor wir uns in dieses Vergnügen gestürzt haben, sind wir noch etwas durch den Park gelaufen, haben und die Schildkröten und Delphine angesehen. Es wird angeboten, mit den Delphinen zu schwimmen, was wir aber nicht gemacht haben (15 Min. kosten etwa 33 US $).

Am schönsten, vergnüglichsten war für uns wirklich das Durchschwimmen der Grotte. Das Wasser ist zwar saukalt, aber wenn man mal drin ist, dann ist es echt cool. Taucherbrille und Schnorchel lohnen sich fast nicht, denn nur zum Schluss kann man ein paar Fische erspähen. Das ganze ist ein natürliches Felsgewölbe, durch das Salzwasser fliest. Simone und Robert hat es so gut gefallen, dass sie gleich zwei Mal durchgeschwommen sind.

Gegen 13.00 Uhr haben wir am Strand eine kleine Pause eingelegt und etwas gegessen. In der Info-Broschüre steht zwar, man darf nichts zu Essen und zu Trinken mitnehmen, aber es wurde nicht kontrolliert - also auf jeden Fall etwas mitnehmen. Im Parkt kostet eine 1,5 L Flasche Wasser 25 Pesos (ca. 6,00 DM), ansonsten bekommt man sie schon für 7,50 Pesos. Im Anschluss daran sind wir noch etwas geschnorchelt und durch den Park gewandert. Um 18.00 Uhr begannen die Maya-Ballspiele und danach gab es eine kurze Aufführung im Maya-Dorf.
Im großen und ganzen war es ein superTag! Der Eintritt von 54,00 US $ ist aber auch ganz schön gesalzen.

Vielleicht hätten wir besser Xel-Ha besuchen sollen. Carlos meinte, es sei günstiger und viel schöner!

Heute haben wir auch von Carlos erfahren, dass ein Anschlag auf das World Trade Center und den Twin Tower verübt wurde. Wir waren den ganzen Abend nur noch vor dem Fernseher gesessen und haben das ganze fassunglos vor Entsetzen verfolgt.
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Mittwoch, 12.09.01

Heute liegt ein anstrengender Tag vor uns, die Fahrt nach Plaenque. 700 km müssen wir zurücklegen, bzw. Robert fahren. Der erste Abschnitt führt durch endlosen Dschungel. Abwechslung bieten die Militärposten, mit denen wir uns mit Händen und Füßen verständigen. Es wurden Fragen zum Tequila und zu den Reisekaugummis gestellt. Bei jeder Landesgrenze kann man von solchen Wachtposten ausgehen. Unsere Fahrt führt durch eine hügelige Landschaft. Hier sieht man auch, wie die Landbevölkerung lebt.

Wichtig: Bitte immer rechtzeitig tanken, da die Tankstellen unterwegs sehr knapp sind!!!

In der Stadt Cables sind für die Straßenbenutzung 16 Pesos (4,00 DM) zu zahlen. In Palenque angekommen suchten wir uns ein Quartier. Die Jugendherberge ist hier echt optimal.
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Donnerstag, 13.09.01

Um 7.00 Uhr war Abfahrt - Suche nach einem Bäcker. Super billiges Frühstück, aber leider kein Kaffee dabei. Um 7.30 Uhr waren wir an den Toren vor den Ruinen. Hier überbrückten wir die halbe Stunde bis zur Öffnung mit Frühstück.

Der Eintritt in Palenque 35 Pesos + 10 Pesos für's Auto. Schon die erste Begegnung ist faszinierend. Die Ruinen lagen im Nebel und der Nebel wurde von den ersten Sonnenstrahlen durchbrochen. Aus dem Dschungel ertönten die Geräusche von Grillen und Vögeln. Lange Zeit sind die Tempel nicht zu erahnen, doch plötzlich geben die Bäume den Blick frei auf das majestätische Ensemble weiß-grauer Bauten vor tiefgrünem Dschungel. Jahrhundertelang hatte die Stadt von Bäumen überwuchert geschlummert, bis Forscher sie im 19. und 20. Jh. wiederentdeckten. Nach einer wirtschaftlich und kulturell florierenden Epoche von 600 bis etwa 900 n. Chr. hatten ihre Bewohner sie plötzlich verlassen, lange vor der Ankunft der Spanier. Die Gründe dafür liegen bis heute im Dunkeln.

Als erstes kommen rechter Hand zwei kleinere Tempel in den Blick, an die sich die 21 m hohe Pyramide "Templo de las Inscripciones" anschließt. Auf den Inschriften, die dem Tempel seinen Namen gaben, sind die Taten der Herrscher von Palenque geschildert. Einer von ihnen, Pacal, wurde tief in der Pyramide beigesetzt. Es war eine Sensation, als Archäologen 1952 seinen Sarkophag freilegten. Rechtwinklig zu diesem Tempel liegt der "Palast". Hier wohnten vermutlich die Priesterherrscher und regierten ihre Stadt. Über einem Gewirr von Gängen thront ein 15 Meter hoher Turm - ein einzigartiges Exemplar in der altamerikanischen Baukunst. Ein zweites großes Ensemble bilden der Sonnentempel, der Tempel des Kreuzes und der Tempel des Blattkreuzes. Sie sind unterschiedlich groß und hoch, gemeinsam haben sie Stuckreliefs auf der oberen Plattform. Daneben haben die Archäologen noch etliche andere Tempel und Anlagen ausgegraben. Und sie haben auch weiterhin viel freizulegen: Dutzende von Bauten schlummern noch unter dem Pflanzengrün.
Hier könnt Ihr Euch einen kleinen Eindruck des Ganzen holen. In der Downloadsection liegt ein kurzer Videofilm über Palenque.

Leider war der Tempel der Inschriften gesperrt, es fanden Ausgrabungen statt, da sie einen neuen Eingang vermuten.

Wenig ansehnlich ist hingegen das neue Palenque. Immerhin bietet es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten.

Danach ging es zu dem Mizol-há Wasserfall, diese schöne, romatisch gelegene Kaskade fällt von fast 30 m Höhe in einen großen Teich, in dem man Baden kann (haben wir nicht gemacht, fanden wir ganz schön gefährlich). Im September führt der Wasserfall mehr Wasser als sonst. Beim Spaziergang bis unter den Wasserfall sind Badesachen und eine wasserfeste Kamera zu empfehlen. Es ist unglaublich, was das für ein Gefühl ist, hinter dem Wasserfall zu stehen. Die feinen Wassertropfen sind wie kleine Nadeln und man bekommt kaum Luft, außerdem ist es eisig kalt. (Für's Parken sind 20 Pesos zu entrichten).

Nach weiteren ca. 45 km zweigt nach rechts ein Weg zu den 4 km entfernten Wasserfällen von Agua Azul (span.: "Blaues Wasser) ab. Unterwegs haben wir noch einen Unfall gesehen, ein Lkw, beladen mit Holz hatte die Hälfte seiner Ladung verloren. Dort angekommen, sind für's Parken 25,00 Pesos zu zahlen.

Das Wasser stürzt hier in mehreren breiten Kaskaden inmitten tropischer Vegetation in den Río Bascán und später in den Río Tulijá. Das normalerweise ungewöhnlich klare Wasser in einem Kalksteinbett erscheint blau. Wir haben es leider nur als braune "Brühe" erlebt. Dies lag sicherlich daran, dass wir im September dort waren. In den natürlichen Bassins kann man gut baden. Robert und Simone haben es gewagt und beide meinten, es ist auf jeden Fall empfehlenswert. Da bekommt man ein Gefühl dafür, wie stark die Strömung in einem Fluss ist. Eine Wanderung hinauf zum Wasserfall ist sehr schön.

Im Anschluss waren wir in Palenque Pizza essen. Traveller Cheques können bei der Bank in Palenque leider nach 16.00 Uhr nicht mehr eingelöst werden - Geld wird bereits um 16.00 Uhr vom Militär abgeholt, obwohl die Bank bis 17.00 Uhr geöffnet hat. Postkarten kann man im Ort aber günstig kaufen.

Zurück in der Jugendherberge gönnten wir uns ein Corona - ziemlich teuer.
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Freitag, 14.09.01

Frühstücken gingen wir im Hotel nebenan - Continental Breakfast (Brötchen, Marmelade, Kaffe und Orangensaft) - 40 Pesos (ca. 10,00 DM pro Person). Danach ging es wieder zur Bank, um die Traveller Cheques einzutauschen - nie wieder! Die Cheques müssen vom Chef unterzeichnet werden, dieser checkt die Cheques bei AMEXCO, wenn das passiert ist, kann man sich am Counter anstellen und man bekommt nach 45 Min. sein Geld (Pass wird dafür auch benötigt)! Es besteht auch die Möglichkeit, am Geldautomaten mit EC-Karte bis zu 1000,00 Pesos am Tag abzuheben. Anschließend unser Einkauf beim Bäcker, auschecken aus der Jugendherberge und Fahrt nach Uxmal. Die Benutzung der Brücke kostet 16 Pesos. Am einzigen Militärstopp auf diesem Weg mussten wir sogar einen Koffer öffnen und Andy musste eine frische Wasserflasche hergeben.

In Chetumal hatten wir unseren ersten Kontakt mit der Polizei, weil wir nicht geblinkt hatten. Eine Unterkunft in Uxmal zu finden ist nicht so einfach, da Uxmal nur aus fünf teuren Hotels besteht. Maya Resort hieß unser Hotel, 900,00 Pesos nur für Übernachtung für 4 Personen in einem Zimmer. Essen war nicht besonders Das Hotel hatte einen Pool und eine Atmosphäre einer mexikanischen Hacienda, das entschädigte etwas.
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Samstag, 15.09.01

Wir mussten á la carte frühstücken und hatten alle Continental Breakfast gewählt (44 Pesos = 11,00 DM). Es bestand aus Saft, Obstsalat, krümeligen Brötchen, Butter und Marmelade - wirklich spartanisch. Wir bezahlten für zwei Personen 102 Pesos = 25,00 DM, da die Steuer noch mit drauf kam. Ganz schön happig, da wir ganz andere Preise gewöhnt waren.

Zu Fuß (ca. 5 Min. von unserem Hotel entfernt) haben wir uns auf den Weg zu den Ausgrabungen von Uxmal gemacht. Der Eintritt pro Person kostete 85 Pesos (ca. 20,00 DM).

Wie kleine Inseln ragen die Pyramiden aus einem grünen Meer. Die Stadt, deren Namen die Maya "Usch-mal" aussprachen, die dreimal Erbaute, liegt heute abseits von Siedlungen. Früher, ab dem 6. Jh., und vor allem während ihrer Blüte im 9. und 10. Jh. war sie ein Zentrum, das die ganze Region um seinen Reichtum und die Kunstfertigkeit seiner Architekten und Fassadendekorateure beneidete.

Wahrhaft himmelstürmend ist die Pyramide des Zauberers (Pirámide del Adivino). 35 m ragt sie aus dem Busch auf, so steil, dass mancher, der sie mutig erklommen hat, sich kaum wieder herunter traut. Im nahegelegenen Viereck der Nonnen (Cuadrángulo de las Monjas) findet das Auge immer neue Motive in den Friesen: Masken des Regengottes Chac, Hütten der Maya, die gefiederte Schlange Kukulkán. Über die genaue Verwendung sind die Archäologen sich im unklaren - ein Kloster, wie die ersten Spanier vermuteten, war der Bau aber nicht. Auch die Benennung des Palastes des Gouverneurs (Palcio del Gobernador) etnsprang der Phantasie der Konquistadoren und nicht archäologischen Hinweisen. Die fast 100 m lange Anloage ist noch reicher an Ornamenten als das Nonnen-Viereck. Eine gute Aussicht auf den Palast und die ganze Anlage bietet die sauber renovierte "Große Pyramide".

Auch Uxmal war, wie alle großen Maya-Städte, schon längere Zeit verlassen, als die Spanier ankamen. Die genauen Gründe sind nicht ganz klar. Eine Dürrezeit und der Glaube, der Lebenszyklus der Stadt sei zuende - diese Erklärung bietet die Licht- und Tonshow"Luz y Sonido" an, die jeden Abend die Anlage mit bunten Scheinwerfern ausleuchtet. Leider hatten wir keine Gelegenheit, die Lichtshow zu sehen.

Die nächste Ausgrabungsstätte, die wir besichtigten war Kabáh. Eintritt: 27 Pesos = 5,50 DM, Videokamera kostet immer extra, meistens 30 Pesos = ca. 7,00 DM.

Nur wenige Gebäude dieser Maya-Stadt sind gut erhalten - die aber sind besonders lohnend. Bizarr wirkt der Tempel der Masken, an dessen Front rund 250mal das Gesicht des Regengottes Chac in Stein abgebildet ist. Seine eigentümlichen Rüssel sind allerdings bei den meisten Masken abgebrochen.

Die Seite und die rückwärtige Front wurden mit schön gearbeiteten geometrischen Mustern verziert. Sie sind ebenso gut erhalten wie zwei Statuen und einige Reliefs. Hier wirken sie weit authentischer als in Museen, wo sie zu Dutzenden zu sehen sind. Der "Palast" gilt als typisches Beispiel des Puuc-Stils in der Maya-Architektur: Ein Kennzeichen, neben den Chac-Masken sind die Säulengruppen in der Fassade. Auf der anderen Seite der Straße 261, die quer durch die Ausgrabungsstätte verläuft, liegt das eigentliche Zentrum des alten Kabáh. Die hier stehenden Pyramiden sind allerdings sehr schlecht erhalten. Lediglich ein Bogen ist restauriert. Einsam steht er heute dort, wo früher das Zentrum eines Zeremonienbezirks war.

Nach der Kultur am Vormittag haben wir uns anschließend auf den Weg nach Meridá gemacht. Im Hotel St. Lucia, Celle 555, No. 508 haben wir uns für 400 Pesos = 100,00 DM für 4 Personen einquartiert. Das Zimmer ist wirklich schön, Aircondition, TV und alles sehr sauber, wirklich zu empfehlen (nahe am Zentrum, Parkplatz kostenlos).

Nach einem kleinen Rundgang sind wir bei Mc Donalds eingekehrt. Simone und Robert waren ganz schön genervt, weil es so voll war und sie so lange anstehen mussten. Nach dieser Stärkung sind wir zurück zum Hotel und haben uns fein gemacht für die Unabhängigkeitsfeier, die an diesem Tag/Abend stattfand. Es war eine tolle Atmosphäre, die Kathedrale war schön beleuchtet und drinnen fand ein Gottesdienst statt. Eine Militärparade schritt vorbei, eine folkloristische Darbietung wurde gezeigt und es war ein Treiben wie bei der Erlanger Bergkirchweih.

Wir probierten frittierte Bananen mit Ketchup (schmeckten wie Pommes) und Simone testete süße Kringel.

Zum Abschluss gönnten wir uns noch ein Sol in gemütlicher Runde.
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Sonntag, 16.09.01

Am Morgen machten wir uns auf zum Markt; was für Gerüche und was für Dinge es da zu sehen gab, von Fischständen, bis zu kleinen Hunden in winzigen Käfigen.

Nach Erledigung unserer Einkäufe (Chips, Wasser und Backwaren) machten wir uns auf den Weg nach Chichén Itzá. Um 16.00 Uhr kamen wir dort an und suchten uns eine Unterkunft. Die zweite (Hotel Stardust) , die wir uns ansahen, war uns genehm. Ein Vierbettzimmer ohne Frühstück kostete 460,00 Pesos (ca. 115,00 DM). Der Luxus war der Swimmingpool, den wir für uns alleine hatten.

Am Abend sahen wir uns die Licht-Show in Chichén Itzá an. Es ist wirklich sehenswert, wer aber kein spanisch spricht, sollte auf jeden Fall die 25,00 Pesos (ca. 6,00 DM) ausgeben und sich den Kopfhörer in der jeweiligen Sprache leisten.

Wichtig: Am Sonntag können die Ausgrabungsstätten kostenlos besichtigt werden. Da wir leider zu spät dran waren, werden wir am Montag Chichén Itzá besichtigen.

Das Parken kostet 10,00 Pesos (ca. 2,50 DM).
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Montag, 17.09.01

Nun ist es soweit, der Höhepunkt der Reise CHICHÈN ITZÁ. Eintritt kostete 85,00 Pesos (ca. 20,00 DM) pro Person (die Lichtshow am Abend ist mit dabei). Video kostete 30,00 Pesos (ca. 7,00 DM). Diesmal hatten sie nicht nach der Videokamera gefragt, deshalb sind wir so durchmarschiert.

Man sollte bereits um 8.00 Uhr dort sein, wenn geöffnet wird, es lohnt sich, da die ganzen Massen von Touristen erst gegen Mittag eintreffen.

Auch durch stundenlanges Umherlaufen ist die größte der Maya-Städte in Yucatán nicht zu erwandern. So weit hat sich das religiöse, wirtschaftliche und politische Zentrum in seiner Blütezeit im 10. bis 12. Jh. ausgedehnt, dass die meisten Lagepläne einen großen Teil der Stätte gar nicht aufführen. Der Besucher betritt den "Ort beim Brunnen der Itzá" und sieht zuerst das mächtigste Gebäude, die sogenannte Burg. Die Spanier gaben fast allem falsche Namen, was sie in der schon vor ihrer Ankunft verlassenen Stadt fanden. Die große viereckige Pyramide namens Castillo war jedenfalls kein wehrhafter, sondern ein heiliger Ort, zur Verehrung des Gottes der gefiederten Schlange: Kukulkán.

Als erstes haben wir die Pyramide des Kukulkán erklommen (91 Stufen). Oben angekommen hat man einen gigantischen Ausblick. Rauf ging es ziemlich einfach (nur die Oberschenkel schmerzten und die Puste ging einem langsam aus), aber runter, da bekommt man schon ein kribbeliges Gefühl in der Bauchgegend. Wir haben es aber alle gut gemeistert.

Nahebei liegen kleinere Plattformen, auf einer sind Adler und Jaguare in prächtigen Reliefs zu sehen. Das "Tzompantli" daneben ist über und über mit Darstellungen von Totenköpfen bedeckt. Einst waren dort auch echte Schädel von Ritual-Opfern oder besiegten Feinden aufgespießt. Der Ballspielplatz in dieser Gruppe ist nur einer von insgesamt sieben in Chichén Itzá. Aber mit fast 90 m Länge und 37 m Breite und seinen 8,5 m hohen Mauern ist er der bei weitem beeindruckendste - und der größte in Mittelamerika. Auf dem Weg zum Südteil der Stadt, auch Chichén Viejo genannt, passiert man eine perfekt proportionierte Pyramide mit riesigen Schlangenköpfen. Fälschlicherweise bezeichneten die Spanier den Bau als Priestergruft. Ob das nahegelegene runde Gebäude seinen Namen "Observatorium" zu recht trägt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die in Sichtweite gelegene "Kirche" und das "Nonnengebäude" waren wohl tatsächliche Orte des Gebets - wenn auch nicht des christlichen.

Es war sehr eindrucksvoll, überwältigend und gigantisch, diese Maya-Stätte zu sehen - ein MUSS für jeden Mexico-Reisenden.

Gegen 13.00 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Playa del Carmen. Es war ein Gefühl, als ob wir nach Hause fahren, so wohl fühlten wir uns dort.

Diesmal bezogen wir getrennte Zimmer für 300 Pesos (ca. 75,00 DM) mit Frühstück. Wir bekamen einen Preisnachlass, da wir 7 Nächte dort blieben.

Nach Wäsche waschen und duschen wird wir in unser Lieblingsrestaurant "BIPBIP" gegangen und haben ein leckeres Fischgericht gegessen.

Anschließend war ein Spaziergang durch die Touristenmeile von Playa angesagt.
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Dienstag, 18.09.01

Nach dem Frühstück sind wir zur Post gefahren, um die Postkarten aufzugeben. Echt bequem, wenn man ein Auto hat; bei der Hitze zu laufen, ist anstrengend.

Dann haben wir den ganzen Tag am Strand verbracht. Wir lagen an "unserem" schattigen Platz beim Wachturm. Trotzdem haben wir uns alle etwas das Fell verbrannt.

Simone ging es am Abend nicht besonders gut, sie hat gebrochen. Sie meinte, es lag an dem vielen Käse der auf der Pizza war, die sie vorher mit Genuss gegessen hatte. Wir waren aber überzeugt, dass es an der vielen Sonne lag, die sie abbekommen hatte.

Wir saßen dann noch ein wenig auf der Veranda zusammen. Ingrid musste sehr leiden, da sie von Schnaken sechs Mal in den Hintern gestochen wurde - grässlich!!!
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Mittwoch, 19.09.01

Heute haben wir es noch ruhiger angehen lassen. Zuerst haben wir eine Telefonkarte gekauft, um bei Delta Air anzurufen und unsere Rückflüge bestätigen zu lassen. Bis jetzt ist alles o.k., aber es kann sich kurzfristig noch etwas ändern war die Aussage der Fluggesellschaft - warten wir's ab.

Danach ging es zum Internet-Kaffee wo wir die E-Mails gecheckt haben.

Unser Nachmittag bestand aus Lesen und am Strand faullenzen.

Nach dem Abendessen gingen wir zum Taekwon-Do und haben uns angesehen, wie die Mexikaner diese Sportart betreiben. Andy war der Meinung, die Trainingsart sei veraltet.

Mit einem Eis machten wir uns dann auf den Rückweg und genossen den Abend auf der Veranda mit einem kalten Corona.
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Donnerstag, 20.09.01

Wir lagen den ganzen Tag faul am Strand. Als wir vom Strand zurückkamen, hatten wir den Fernseher eingeschaltet. Plötzlich tat es einen furchtbar lauten Knall und der Fernseher war aus. Unsere Hauswirtin meinte, etwas an der Stromleitung sei explodiert.

Nach dem Abendessen sind wir zum Supermarkt gelaufen, um einige Dinge einzukaufen. Es hatte abends geregnet und von daher waren die Moskitos ganz schön aggressiv. Wir alle wurden gestochen, bis auf Roberto!

Bei unserem Rundgang durch Playa haben wir uns ein Hotel angesehen, welches direkt in unserer Straße war. Dort hätte sich Ingrid sauwohl gefühlt - Swimmingpool, Buffet, Liegen mit Matten, ..... Die Preise für eine Nacht lagen zwischen 160,00 und 200,00 US $, das war doch ein wenig zu kostspielig.

Durch den Sturm, der gegen 1.00 Uhr anfing, konnten wir nicht so gut schlafen. Außerdem quälte Ingrid wieder ein Moskito, der diesmal im Zimmer und nicht auffindbar war.
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Freitag, 21.09.01

Ein besonderes Erlebnis war heute Chaak Tun. Nur 6 km vom Zentrum Playa del Carmen kann man das schönste Geheimnis der Rivera Maya finden. Der Name dieser geweihten Stätte heißt übersetzt "Der Regen kommt von den Steinen". In mehr als 60 Mio. Jahren hat sich ein Netz von Höhlen gebildet, überdacht von Stalagtiten. Durch die Ansammlung von Regenwasser hat sich eine Oase im Regenwald gebildet.

Choak-Tun besitzt eine einzigartige ökologische Erfahrung, eine Tour mit Führer durch den Park und die Höhlen, Zeit in den Genoten zu schwimmen, Zeit auszuruhen und die Stille dieser traumhaften Naturschönheit zu genießen, die die Natur geschaffen. Wir hatten das Glück, allein dort zu sein und es war herrlich und aufregend in den Genoten zu schwimmen. Das Wasser ist wirklich saukalt, aber es lohnt sich, sich zu überwinden. Die Fledermäuse und Schwalben fliegen um einen herum, einfach ein unbeschreibliches Gefühl. Nach der Führung hatten wir noch 15 Min. zum Schwimmen. Auf Nachfrage hat uns der Führer erlaubt, noch mal reinzugehen, er hat uns eine Taschenlampe mitgegeben, aber man sieht auch ohne sehr gut durch das Licht, das von draußen in die Höhle fällt.

Auf jeden Fall Autan nicht vergessen, denn die Moskitos fressen einen sonst auf, wenn man aus der Höhle herauskommt.

Der Eintritt kostet 30 Pesos pro Person.

Den Rest des Tages verbrachten wir am Strand. Es gibt einige streunende Hunde und heute hat einer nicht weit von unserem Liegeplatz seinen Haufen in den Sand gesetzt. Niemand ist da, um die Sauerei zu entfernen. Manche werfen einfach Sand darauf - wie lustig für die anderen, wenn man dann mit nackten Füßen hineintritt.
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Samstag, 22.09.01

Heute sind wir am Vormittag ein wenig durch Playa gefahren, da Robert nach geeigneten Motiven (Toppes, alten Autos, ...) Ausschau gehalten hat. Unglaublich, wie viele verrostete und kaputte Autos hier fahren.

Am Nachmittag war es bewölkt, was wir genossen, denn dadurch war es am Strand sehr angenehm. Heute hat sich am Strand folgendes ereignet: Einige Einheimische spielten Fußball ganz in der Nähe wo wir lagen. Robert hatte sich auf den Rücken gelegt und war am Einschlafen, als plötzlich der Ball geflogen kam und ihn an der Schulter traf. Er ist total erschreckt und verärgert hochgefahren und hat den Ball in die entgegengesetzte Richtung gekickt. Da war natürlich großes Geschrei; vier der Einheimischen kamen auf ihn zu und wollten ihn anmachen. Die Lifeguide, vor deren Wachturm wir lagen, hat gleich eingegriffen und die Jungs weggeschickt. Wahrscheinlich haben sie gesagt, lasst die Touris, die sind sowieso bald wieder weg. Die Lifeguide hat Robert dann noch gefragt, ob sie die Polizei holen sollen, was er verneinte. Wären die nicht da gewesen, hätten Andy und Robert ihr Taekwon-Do an den Mann bringen können.

Nach dem Duschen war wieder Abendessen im BIPBIP angesagt. Natürlich darf das Eincremen mit Autan nicht fehlen, sonst wird man selbst aufgefressen.
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Sonntag, 23.09.01

Heute besuchten wir die Ruinen von Cobá. Abseits vom Trubel der Karibikstrände liegen die Ruinen einer der ausgedehntesten Städte der alten Maya. In einer Seenlandschaft lebten vor 1200 Jahren hier über 50.000 Menschen. Von ihren Hütten ist nichts mehr zu sehen, nur einige Kultstätten haben die Archäologen dem wuchernden Wald abgerungen. Wer sie besichtigen will, muss etliche Kilometer wandern - was durchaus lohnend ist, wenn man den Besuch als ausgedehnten Spaziergang begreift.

Kurz hinter dem Eingang trifft der Besucher auf dem akkurat restaurierten Ballspielplatz und eine 24 m hohe Pyramide. Auf dem rund 2 km langen Weg zur Gruppe der großen Pyramide tauchen immer wieder nicht restaurierte Tempelreste im Wald auf. Pfade führen zu Stelen mit Reliefs, die Adelige oder religiösen Inhalte darstellen. Die große Pyramide hat ihren Namen verdient: 120 Stufen führen in luftige 42 m Höhe. Die Mühe des Aufstiegs wird mit weitem Blick über das Grün Yucatáns und die umliegenden Seen belohnt.

Weniger spektakulär ist die Gruppe der Malereien. Auf einer kleinen Pyramide steht ein Tempel mit Fresken. Wann die Archäologen ihn zugänglich machen, ist allerdings nocht nicht abzusehen. Noch einmal 1 km entfernt liegt die Gruppe Macanxoc. Hier haben die Maya nach einem 20-Jahres-Rhythmus Gedenk-Stelen aufgestellt. Für die acht Stücke, die hier gefunden wurden, braucht man allerdings Fantasie: sie sind nicht allzu gut erhalten.

Auf dem Weg durch den Dschungel begegneten wir einer Schlange und einer Tarantel - ganz schön aufregend.

Nach der Rückkehr hatten wir uns am Strand vergnügt. Es waren viele Einheimische dort, sie rückten mit Kühlbox, der ganzen Familie nebst Oma an. Die Frauen gehen alle mit Klamotten ins Wasser!

Am späten Nachmittag bewölkte es sich zusehends und es fing an zu nieseln.

Nach dem Abendessen gingen wir an den Strand und genossen die Stille und das Meerrauschen.
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Montag, 24.09.01

Heute fliegen wir zurück nach Deutschland, die einen freuen sich mehr, die anderen weniger. Unser Flug geht um 13.00 Uhr und wir haben beschlossen, um 10.30 Uhr wegzufahren.
Die Fahrerei verlief ohne Probleme. Nach Abgabe des Leihwagens brachte man uns zum Flughafen. Das Einchecken dauerte etwas länger, da die Koffer und alle anderen Gepäckstücke super gründlich durchsucht wurden.

Der Flug von Cancun nach Atlanta verlief ohne Probleme. In Atlanta angekommen mussten wir unser Gepäck holen und wieder neu einchecken. Alles ging glatt. Auch diesen langen Flug von Atlanta nach Frankfurt überstanden wir gut.

Nun noch das letzte Stück von Frankfurt nach Nürnberg. Das Fliegen setzt einem schon zu und wir waren froh, als wir auch diese Etappe hinter uns hatten.

In Nürnberg angekommen, hat uns Robert's Vater abgeholt und zuerst Simone und Andy und dann Robert und Ingrid daheim abgesetzt.

Welche gemischten Gefühle, die Freude, wieder daheim zu sein, aber auch die Gewissheit, dass dieser schöne, interessante und aufregende Urlaub nun vorbei ist und einen das "alte" Leben wieder hat.

 

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